In einer Zeit, in der mit internetfähigen Handys Bilder, Videos, Tweets, Facebook-Posts etc. upgeloadet werden können, wird jeder zum Contentproduzenten. Für die Medienbranche bedeutet dies einen radikalen Paradigmenwechsel: weg vom Alleinstellungsmerkmal der Produktion, hin zum Aufspüren und Verknüpfen von Geschichten im Netz. Dieser Prozess des Kuratierens von User Generated Content ist etwa auch für die Tourismusbranche höchst relevant. Mit einem Tool namens storify wird einem das sehr einfach gemacht.

Was lange währt…

Meine Beziehung zu storify währt schon lange (seit der Betaphase des Tools). Als Nutzer wie als Blogger. Auf meinem (eingestellten) Journalismus-Blog medienleiter habe ich einige Artikel dazu geschrieben, etwa diesen. Auch für die Ö1-Sendung Digital.Leben wurde ich einmal zu storify interviewt. Mittlerweile hat sich das Tool auch in renommierten Medienhäusern durchgesetzt und kommt regelmäßig zum Einsatz, etwa im Kurier. Auch Tourismusbetriebe können storify sehr sinnvoll für ihr Marketing einsetzen.

storify für Content Marketing

Das Prinzip der Content-Kuratierung

Das Prinzip ist recht einfach: Inhalte, die andere Menschen ins Netz stellen und freigeben, können (via API) in eine storify-Geschichte importiert und zu einer neuen (multimedialen) Geschichte verknüpft werden. Ein Tweet eines glücklichen Gastes, ein Facebook-Posting oder ein flickr-Bild eines zufriedenen Hotelgastes, ein Youtube-Video aus Ihrer Region etc. etc. – und schon steht eine stimmungsvolle Geschichte mit authentischem Content. (Sowas wird – nona – deutlich lieber gelesen als plattes Werbegeschwätz.) Die eingebetteten Elemente werden nicht im Programm selbst gespeichert sondern nur verknüpft. D.h. sie sind Zitate und werden von storify auch als solche gekennzeichnet. Der Urhber bleibt genannt etc.  Wie das aussieht, können Sie z.B. in dieser storify-Geschichte (meines privaten Accounts) sehen.

Rechtliche Aspekte berücksichtigen!

Dennoch sollte man sehr behutsam und verantwortungsbewusst mit den fremden Inhalten umgehen, die man in den Kontext einer neuen Geschichte stellt. Auch kann nicht verschwiegen werden, dass man mit storify in urheberrechtlich relevante Fragestellungen eintaucht. Transparenz (wie z.B. hier gefordert) und evtl. um Erlaubnis fragen gehört in jedem Fall zum guten Ton – gerade wenn die verknüpften Inhalte auch kommerziellen Vermarktungsinteressen dienen! (Ich persönlich hatte diesbezüglich nie Schwierigkeiten mit dem Tool und habe fast ausnahmslos die Erfahrung gemacht, dass sich Twitter-User & Co sehr freuen und z.T. sogar bedanken, wenn sie zitiert werden.) Es ist durchaus denkbar, dass sich Gäste, die über ihren Urlaub twittern etc. geschmeichelt fühlen, wenn ein Tourismusverband oder ein Hotel diesen Content verknüpft. Aber wie gesagt: rechtliche Aspekte (im Zshg. mit Bildern, Videos etc.) müssen unbedingt immer berücksichtigt werden! Das Fair Use-Prinzip versteht sich eh von selbst, so wie Fingerspitzengefühl und Eigenverantwortung.

Das Storytelling entscheidet!

Wenn Sie storify gut zu nützen verstehen und immer auch einen Erzählfaden sowie eine Dramaturgie für Ihre Geschichten parat haben, kann das Programm ein sehr gewichtiges Asset sein. (Das erkläre ich etwas näher im bereits oben verlinkten Post.) Für die Berichterstattung von Events, in der Politik etc. – kurz: überall dort, wo viele Menschen etwas wahrnehmen und via Internet mitteilen – ist Content-Kuratierung mittlerweile unverzichtbar geworden. Und in der Tourismuswirtschaft sind die genannten Attribute mindestens ebenso stark ausgeprägt! Diese Chance sollte man für sein Content-Marketing nicht ungenutzt lassen.